Diözesaner Weltjugendtag in München am 5. April 2009

Mit Film- und Rockstars im Gebet

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Brother John Paul Mary CSJ

Diözesaner Weltjugendtag zieht hunderte Jugendliche an

„Von einem Highlight zum nächsten“ – das hätte das Motto des diesjährigen Weltjugendtages (WJT) in München sein können. Tatsächlich aber stand der XXIV. Diözesane WJT 2009 unter einem Leitspruch aus dem Timotheusbrief: „Wir haben unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt“ (1 Tim 4,10). Den ganzen Tag über bekundeten die jungen Christen, die an der Veranstaltung teilnahmen oder geholfen hatten, sie zu organisieren, dass sie das in der heutigen sehr oft pessimistischen Zeit wirklich tun.

Begonnen hatte der WJT am Palmsonntag, den 5.4. um 10 Uhr mit dem Pontifikalamt im Münchner Dom, das Erzbischof Reinhard Marx zusammen mit Jugendlichen feierte. Anschließend konnte in der Mensa des Edith-Stein-Gymnasiums ausgiebig zu Mittag gegessen werden. Bis zum Beginn des Hauptprogramms begeisterte die Band „Search & Rescue“ mit rockigen Lobpreisliedern. In Interviews, Zeugnissen, Fotos und einem Film wurde zurückgeblickt auf den großen internationalen WJT in Sydney vor einem Jahr. Im weiteren Verlauf des Programms gaben Geistliche Gemeinschaften und Bewegungen mit kleinen Einlagen einen Einblick in ihr Leben und in ihre Aktivitäten. Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) stellte sich vor, ebenso das Säkularinstitut der Cruzadas de Santa Maria und das Neokatechumenat. Gegen 15 Uhr betrat dann der Münchner Erzbischof Reinhard Marx das Podium, um eine Katechese über die Botschaft Papst Benedikts zum  XXIV. WJT zu halten. Darin ermutigte er die Jugendlichen mit klaren Worten, die christliche Tugend der Hoffnung, zu der Christen durch die Erlösung Jesu allen Grund haben, bewusst zu leben. Auch sollten sich Christen bewusst sein, dass ständige Erneuerung in allen Bereichen notwendig sei, aber auf der anderen Seite nicht nur immer das Neue auch das Bessere sein müsse.

In einer Prozession zogen die Versammelten danach in die Münchner Jugendkirche zur Jugendvesper, die mit meditativen Texten, Liedern und stiller Anbetung vor dem Allerheiligsten gestaltet war. Nach der Kaffeepause ging es mit neuer Energie und Konzentration weiter im Programm. Gäste von der JUGEND 2000 aus New York City  waren eigens angereist um ihr neuestes Filmprojekt „The Human Experience“ zu präsentieren, das am Abend zu sehen sein sollte. Joe Campell, Produzent des inzwischen mehrfach preisgekrönten Streifens und die beiden Hauptdarsteller Jeff und Cliff Azize waren gekommen um Fragen zu ihrem Projekt zu beantworten, aber auch um von ihrem Leben und der Arbeit in den Bronx von New York City zu erzählen.
 
Um 18.30 Uhr erwartete die Gäste der Höhepunkt des Abendprogramms: Der lang ersehnte Specialguest trat auf die Bühne: Brother John Paul Mary CSJ ist der Ordensname dieses Mönchs, aber viele kennen ihnen noch als Paddy Kelly aus der Zeit, als er zusammen mit seiner Familie weltweit die Charts stürmte. Aber der bescheidene Mann wollte nicht viel über die Zeit seiner Berühmtheit, seiner Erfolge oder über die 15 Millionen verkauften Tonträger reden. Vielmehr erzählte er in einem bewegenden Zeugnis über seine Berufung, die Stimme Mariens, die den jungen Mann vom Fenster, aus dem er sich einst lebendmüde stürtzen wollte, herunter holte und ihn schließlich ins Kloster führte. Bruder John Paul Mary redete aber nicht nur mit Worten, sondern ließ die Lieder, die er über seinen Weg geschrieben hatte, für sich sprechen. Zum Teil Gebete ließen die Songs spüren, was diesen Mann zum Weltstar gemacht hatte. Wohl kaum einen der Anwesenden ließ seine mutige Erzählung über den Ruf Gottes an einen jungen Menschen unberührt.

Offiziell schloss die Veranstaltung mit diesem großartigen Zeugnis, aber nur wenige ließen sich die Vorführung des Films „The Human Experience“ entgehen. Er erzählt von zwei jungen Männern, die erfahren wollen, was das Leben wirklich ist, die Antworten haben wollen auf die essentiellen Fragen des Lebens „Wer bin ich? Wo komme ich her? Was ist der Sinn des Lebens?“ Dazu machen sich die beiden Brüder auf, um andere Seiten des Lebens kennen zu lernen. Auf ihrer Reise kommen sie zu Leprakolonien in Afrika, in Waisen- und Kinderheime in Peru und leben obdachlos auf den Straßen New Yorks. Sie sprechen auch von der Wichtigkeit der sich kümmernden Eltern, die die Hauptdarsteller selbst nie erleben durften. Mit einer Szene großer und großartiger Verzeihung schließt der Film. Die Brüder selbst stellten sich den Fragen der beeindruckten Zuschauer nach dem Film: „Wir wollten einen Pro-Life-Film drehen, ohne das Wort `Abtreibuug` zu verwenden“, antworteten sie auf die Frage, was das Ziel des Filmes sei.

Mit diesem nachdenklichen Ausklang ging der XXIV. WJT in München zu Ende, aber Spuren in den Köpfen hatte er schon hinterlassen und er lässt hoffen – dass auch der nächste Weltjugendtag ein so schönes Erlebnis wird! Kathrin Schönauer von der JUGEND 2000, Hauptorganisatorin des Tages, zeigte sich jedenfalls erfreut über die 700 Jugendlichen, die gekommen waren: „Wir waren überwältigt von der großen Resonanz und den positiven Rückmeldungen auf das Programm in diesem Jahr. Der große Zuspruch gibt uns Mut die Botschaften und den Geist der Weltjugendtage auch weiterhin in unser Erzbistum hineinzutragen.“

Bericht: Gabi Weiß